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#motwunsch – Motorrad 2015 – Detailarbeit

Ich bin in Ingolstadt unterwegs. Es ist Schichtwechsel beim regionalen Autobauer mit den vier Ringen. Auf dem Weg stadtauswärts komme ich zum Stillstand. Viele Autos vor mir, viele Autos hinter mir. Keine Sicht auf die nächste Ampel. Jede Menge Gedanken gehen mir während der Wartezeit durch den Kopf.

Ingolstadt hat Geschichte…erste bayerische Universität…bayerisches Reinheitsgebot…ältester Weihnachtsmarkt…erste bayerische Gesetzgebung…frühere Landesfestung. Fest stecke ich auch im Straßenverkehr. Wäre gut, wenn jetzt mehr Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern unterwegs wären. Die Karawane kommt wieder in Bewegung…und…kurz vor der Ampel wieder zum Halt. Heute ist Ingolstadt eine junge Großstadt. Eingerahmt von Media Markt und Audi AG. Eine Universität gibt’s auch wieder. Und…die Marke Ducati gehört zum Audi-Konzern.

Im Schritttempo geht es weiter auf eine Abbiegespur. Wieder stop! Gar nicht so übel, was Ducati mit der Multistrada und der Hyperstrada auf den Markt gebracht hat. Ein Motorrad für den großen Fahrer und ein Motorrad für den etwas kleineren Fahrer. Die Hyperstrada gibt es gleich in zwei verschiedenen Größen. Und weiter geht’s im Autocorso rund um Ingolstadt. Im Schneckentempo nähere ich mich der nächsten Ampelanlage. Wieder stop!

Irgendwie kommt die Körpergröße der Motorradfahrer bei den Herstellern zu kurz. Da gibt es feststehende Lenker und Fußrasten, ab und zu verschieden hohe Sitzbänke. Das ist bei den Autos viel komfortabler. Vorwärts, rückwärts, nach oben und wieder zurück. Wie gesagt…auf zwei Rädern alles sehr unflexibel. Genauso wie mein Vordermann. Der hat einfach die Grünphase verpennt und ist stehen geblieben. Prompt wird er dafür mit einem lauten Hupkonzert belohnt und es geht in die nächste Wartephase.

Wäre doch super, wenn es viele verstellbare/einstellbare Komponenten am Motorrad gäbe…und das serienmäßig! Lenker, Fußrasten, Sitzbank, Federung, …. Zwischenzeitlich bin ich auf der Rückseite des Autobauers vorbei und am Stadtende. Fast schon freie Sicht auf das Altmühltal. Ich komme zum Ergebnis, daß japanische Hersteller Motorräder für kleine Fahrer bauen und europäische Hersteller Motorräder für große Fahrer. Liegt wohl in der Natur der Sache. Wo ist denn die „kleine“ BMW GS? Wo ist die „große“ 600er?

Das Stadtende ist erreicht und freie Sicht. Schade…Geschwindigkeitsbegrenzung! Und wer hat eigentlich die hässlichen Kennzeichenhalter in grauem Kunststoff bei den Serien-Motorrädern erfunden? Hauptsache man kann die Blinker daran befestigen, oder wie? Es ist soweit, die Geschwindigkeitsbegrenzung ist aufgehoben. Auch die Autokarawane hat sich im Nichts aufgelöst. Ein angenehmes Fahrgefühlt stellt sich ein. Endlich wieder Raum zu den anderen Verkehrsteilnehmern.

Ich hole mir die Eindrücke von der diesjährigen iMot in Köln ins Gedächtnis zurück. Nur einige Highlights, die entweder mit mächtig vielen PS oder Technik zu tun haben. Wenige Innovationen, die die Individualität des Fahrers berücksichtigen. Die Aussage…“Das gibt’s im Zubehör!“…lass ich nicht gelten. Die Übersetzung ist hier oft eine langwierige Suche oder auch mal ein Fehlkauf. Nein, nein…da sind schon die Hersteller ebenso gefordert. Da reicht es nicht, nur eine alternative Auspuffanlage im Sortiment zu haben.

Zwischenzeitlich bin ich fast am Ziel. Zeit für einen Schlussgedanken. Wenn mehr praxisbezogene Wünsche der Biker berücksichtigt werden, findet das Motorrad auch wieder mehr Zugang im Alltag. Mehr Zweiräder im Alltagsbetrieb heißt auch weniger Stau und damit ein fließender Straßenverkehr. Gut für die Stadt und gut für den Menschen. Zum Thema Mensch noch eine Frage an die Hersteller von Motorradbekleidung: Warum muss bei der Frauenklamotte immer mit weiß, pink, Glitzereffekt oder Tribals gearbeitet werden? Wer hat’s erfunden?

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6 Responses

  1. Dem kann ich als nonkonformer Sitzriese nur zustimmen.

  2. griesgram999 sagt:

    Ich habe Dich noch nie in Deinem pinken Glitzerkombi gesehen. Mache doch mal ein Foto. 😉

  3. Minya sagt:

    Oh yes! Da bin ich ganz bei Dir! Wenn man und frau das Glück nicht haben, Durchschnitt zu sein, dann ist es reichlich schwer mit der Auswahl. Sei´s beim Eisen, oder beim Gewand.
    Für mich als körperlich große (lange, nicht umfangreiche) motorradfahrende Frau bleibt als Lichtblick, daß ich die weiß/rosa blingbling Klamotte eh nicht tragen kann, weil viel zu kurz an den Ärmeln und am Bauch. Das kanns aber letztlich auch nicht sein…

  4. Susy sagt:

    Flexibel und fix konfigurierbare Moppeds… eine traumhafte Vorstellung! Aber ob wir das noch erleben dürfen? 😉

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